Der Platz hinter unserer Ohrmuschel ist extrem knapp bemessen – oft ist diese schmale Rille zwischen Ohrknorpel und Schädelknochen nur wenige Millimeter breit. Wer im Alltag sowohl eine Brille (insbesondere eine hochpräzise Gleitsichtbrille) als auch ein Hörgerät trägt, kennt das tägliche Gerangel um diesen winzigen Platz nur zu gut: Hinter dem Ohr drückt und schmerzt es schon nach wenigen Stunden, beim Abnehmen der Lesebrille fliegt das teure Hörgerät im hohen Bogen mit vom Ohr, bei jedem Kopfdrehen knackt es am Mikrofon – oder die neue Gleitsichtbrille wird plötzlich unscharf, sobald das Hörgerät eingesetzt wird.
Noch frustrierender wird es oft, wenn Kunden Brille und Hörsystem in zwei getrennten Geschäften gekauft haben: Der Optiker sagt dann gerne, das Hörgerät sei zu dick, während der Hörakustiker behauptet, der Brillenbügel sei falsch gebogen.
Bei Die Brillenmacher Wallstadt in Mannheim gibt es dieses Hin-und-Her-Schieben der Verantwortung nicht – denn als Meisterbetrieb für Augenoptik UND Hörakustik unter einem Dach betrachten wir Ihre Ohren, Ihre Brillenfassung und Ihre Gleitsichtgläser immer als ein gemeinsames System. In diesem großen Praxis-Leitfaden zeigen wir Ihnen, warum ein verrutschter Brillenbügel Ihre gesamte Gleitsicht-Optik ruinieren kann, welche Brillenfassungen und Hörgeräte-Bauformen (HdO vs. IdO) ideal harmonieren und mit welchem Handgriff beim Auf- und Absetzen nie wieder ein Hörgerät verloren geht.

Inhaltsverzeichnis
1. Das unterschätzte Gleitsicht-Problem: Warum ein Hörgerät hinter dem Ohr Ihre Brille unscharf machen kann!
Die meisten Ratgeber im Internet sprechen beim Thema „Brille und Hörgerät“ nur über Druckstellen auf der Haut. Als Spezialisten für biometrische Gleitsichtgläser erleben wir in unserem Wallstadter Fachgeschäft jedoch ein noch viel gravierenderes optisches Problem, das fast immer übersehen wird:
- Der Bügel „reitet“ auf dem Hörgerät: Wenn ein Kunde mit einem Hinter-dem-Ohr-Hörgerät (HdO) eine Brille mit kräftigen Kunststoffbügeln trägt, findet der Bügel oft keinen Platz neben dem Hörgerät, sondern legt sich oben auf das Gehäuse des Hörgeräts drauf.
- Die Gleitsichtbrille kippt nach vorne (Falsche Vorneigung / Inklination): Sobald die Brillenbügel hinten auf den Hörgeräten um 3 bis 5 Millimeter nach oben gedrückt werden, passiert vorne auf Ihrer Nase reine Hebel-Physik: Die gesamte Brillenfassung kippt nach vorne unten!
- Verlust der scharfen Sehbereiche & HSA-Veränderung: Eine Gleitsichtbrille ist auf das Grad genau auf die Vorneigung berechnet, in der sie ohne Störung ausgemessen wurde. Kippt das Glas durch das Hörgerät um 5 Grad stärker nach vorne oder sitzt auf einem Ohr höher als auf dem anderen (weil Sie vielleicht nur einseitig ein Hörgerät tragen!), verschieben sich die Sehkanäle. Die Folgen sind Probleme mit der Gleitsichtbrille im Nahbereich, ein massiver Gesichtsfeldverlust durch Dezentrierung bis hin zu Schwindel und Nackenschmerzen.
Unsere goldene Regel bei Die Brillenmacher Wallstadt: Wenn wir für Sie eine neue Gleitsichtbrille zentrieren und vermessen, müssen Ihre Hörgeräte während der gesamten Messung exakt so im Ohr sitzen wie im echten Alltag – und umgekehrt bringen Sie zu jeder Hörgeräte-Anpassung immer Ihre Haupt- und Arbeitsplatzbrille mit!

2. Warum pfeift oder raschelt mein Hörgerät, sobald ich die Brille aufsetze?
Neben dem optischen Sitzproblem klagen viele Kunden über akustische Störgeräusche durch die Brille. Hier gibt es zwei typische Ursachen, die wir in unserer Akustik-Abteilung gezielt abstellen:
- Mechanisches Klackern an den Mikrofonen: Bei modernen Hinter-dem-Ohr-Systemen (wie z. B. Phonak Lumity oder Signia IX) sitzen oben am Gehäuse zwei hochempfindliche Richtmikrofone. Schlägt ein zu locker angepasster Brillenbügel beim Gehen oder Kauen gegen das Hörgeräte-Gehäuse, überträgt sich dieses Reiben als lautes Kratzen direkt ins Ohr.
- Akustische Rückkopplung (Pfeifen): Drückt ein breiter Brillenbügel das dünne Empfängerkabel (Ex-Hörer-Kabel) oder den Schallschlauch an der Ohrmuschel zur Seite, lockert sich das Schirmchen (Dome) oder die Otoplastik minimal im Gehörgang. Verstärkter Schall entweicht nach außen, trifft auf den Brillenbügel, wird direkt zurück ins Mikrofon reflektiert – und das Hörgerät fängt an zu pfeifen (alles dazu lesen Sie in unserem Ratgeber „Warum pfeifen Hörgeräte – und was Sie dagegen tun können“).

3. Die 3 besten Lösungen aus Optik & Akustik: So herrscht Frieden hinter dem Ohr
Ob Sie zuerst Brillenträger waren und nun Ihr erstes Hörgerät bekommen (siehe „Ab wann sollte ich Hörgeräte tragen?“) oder bereits Hörsysteme nutzen und eine neue Gleitsichtbrille suchen – wir haben drei bewährte Strategien für maximalen Tragekomfort:
Strategie 1: Im-Ohr-Hörgeräte (IdO) – Der komplette Freiraum für Ihre Brillenbügel
Die eleganteste Lösung, um jeden Konflikt hinter der Ohrmuschel zu 100 Prozent auszuschließen, sind maßgefertigte Im-Ohr-Hörgeräte (IdO). Da die gesamte Technik in einer individuell nach Ihrem Gehörgang-Abdruck gefertigten Schale direkt im Ohr sitzt, bleibt der Platz hinter Ihrem Ohr komplett frei für Ihre Brillenbügel, Sonnenbrillen oder Sportbrillen!
- Moderne Technik auf kleinstem Raum: Während Im-Ohr-Geräte früher oft als kompromissbehaftet galten, gibt es sie heute sogar wiederaufladbar mit Akku und Smartphone-Anbindung. Alle Details dazu haben wir in unseren beiden großen Fachartikeln „Im-Ohr-Hörgeräte: Was Sie vor dem Kauf wissen sollten“ und „Die Welt der Im-Ohr-Hörgeräte: Unterschiede und Kompromisse erklärt“ aufbereitet (plus unser spezieller Vergleich zu Signia Im-Ohr-Hörgeräten).
- Natürliches Richtungshören: Da das Mikrofon beim IdO-Gerät direkt im Eingang des Gehörgangs sitzt, kann kein Brillenbügel der Welt Windgeräusche oder mechanisches Klackern am Mikrofon verursachen.

Strategie 2: Die richtige Brillenfassung für Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO / RIC)
Bei vielen Hörverlusten (insbesondere wenn die tiefen Töne noch sehr gut gehört werden und das Ohr „offen“ bleiben soll) ist ein dezentes Hinter-dem-Ohr-Gerät mit ausgelagertem Hörer (RIC) akustisch die erste Wahl. Damit dieses Mini-Gehäuse und Ihre Brille friedlich nebeneinander passen, achten wir bei der Fassungsauswahl (ergänzend zu unserem allgemeinen Ratgeber „Welche Brillenfassung eignet sich am besten für Gleitsichtgläser?“) auf folgende Kriterien:
- Flache, schmale Bügel aus Titan oder High-Tech-Kunststoff: Statt 8 Millimeter dicker Acetat-Blockbügel empfehlen wir für Hörgeräteträger federleichte, flach anliegende Bügel – etwa aus Titan (wie unsere Lunor Brillen in Mannheim), maßgefertigte 3D-Druck-Fassungen von You Mawo mit individuell berechneter Bügellänge oder die nahezu unzerstörbaren, hauchdünnen Bügel von Swissflex und Porsche Design (siehe: Diese 3 Brillengestelle gehen nicht kaputt).
- Anatomische „Steckbügel“- oder Flach-Anpassung: Wie in unserer ultimativen Anleitung zum Anpassen von Brillenfassungen gezeigt, biegen wir das Bügelende in unserer Werkstatt nicht scharf rund um das gesamte Ohr herum, sondern passen es anatomisch so an, dass es direkt am Schädelknochen (Innenbahn) anliegt, während das Hörgerät außen an der Ohrmuschel (Außenbahn) ruht. So berühren sich beide Systeme kaum! *(Bitte versuchen Sie bei dieser Kombination nicht, Ihre Metallfassung oder Kunststofffassung selbst zu Hause anzupassen – kommen Sie dafür immer mit eingesetztem Hörgerät kurz bei uns vorbei!).*

Strategie 3: Nie wieder Brillenwechsel im Alltag dank Gleitsicht!
Wann verlieren Hörgeräteträger ihr Hörgerät am häufigsten? Beim ständigen Auf- und Absetzen einer einfachen Lesebrille! Wer 30-mal am Tag im Supermarkt oder Büro die Lesebrille von der Nase reißt, hakt früher oder später unweigerlich am dünnen Hörgerätekabel ein. Der Umstieg von einer reinen Lesebrille auf eine perfekt angepasste Gleitsichtbrille (oder im Büro eine Bildschirmarbeitsplatzbrille) hat für Hörgeräteträger deshalb einen doppelten Sicherheitsvorteil: Sie setzen die Brille morgens einmal auf und abends wieder ab – Ihr Hörgerät sitzt den ganzen Tag über absolut sicher und ungestört!
4. Übersichtstabelle: Welche Kombination aus Brille & Hörgerät passt zu Ihnen (inkl. Kosten & Kassenleistung)?
Damit Sie alle Kombinationsmöglichkeiten aus unserer Optik- und Akustik-Meisterwerkstatt inklusive der Kosten und Krankenkassen-Zuschüsse (mehr dazu unter Hörgeräte von der Krankenkasse und Welches Kassenhörgerät ist das beste?) direkt vergleichen können:
| Kombination & Bauform | Platzbedarf hinter dem Ohr | Für wen ist diese Lösung ideal? | Kostenrahmen & Krankenkasse (GKV) |
|---|---|---|---|
| 1. Maßgefertigte Im-Ohr-Hörgeräte (IdO) + beliebige Brillenfassung | 0 mm hinter dem Ohr! (Komplette Technik sitzt im Gehörgang) | Kunden, die oft zwischen Alltagsbrille, Sonnenbrille und Lesebrille wechseln oder kräftige Designer-Fassungen lieben. | Ab gesetzlicher Zuzahlung (10 € / Ohr) für Basis-IdO bis hin zu Premium-Akku-IdOs (Zuzahlung je nach Technikstufe; GKV zahlt ca. 1.400 € – 1.600 € Festbetrag pro Paar dazu!). |
| 2. Mini-Hinter-dem-Ohr-Geräte (RIC) + Titan-/Dünnrand-Gleitsichtbrille | Gehäuse + flacher Bügel liegen parallel nebeneinander (ca. 6–8 mm Gesamtbreite). | Der Allround-Bestseller: Offenes, natürliches Hörgefühl kombiniert mit einer leichtgewichtigen Gleitsichtbrille, die den ganzen Tag aufbleibt. | Hörgeräte: Von zuzahlungsfreien Kassenhörgeräten bis High-End. Gleitsichtgläser: Individuell nach Glasdesign (siehe Kosten von Gleitsichtgläsern mit Beispielen). |
| 3. Vorhandene Brille + Vorhandenes Hörgerät (Unser Kombi-Feinschliff) | Wird durch anatomische Bügel-Korrektur & Anpassung der Hörer-Kabellänge entschärft. | Kunden, bei denen es aktuell hinter dem Ohr drückt, die Brille rutscht oder die Gleitsicht-Zentrierung durch das Hörgerät nicht mehr passt. | Service-Leistung in unserer Meisterwerkstatt (anatomische Bügelanpassung & Sitz-Kontrolle der Otoplastik / Hörer). |
5. Die richtige Reihenfolge im Alltag: So setzen Sie Brille und Hörgerät sicher auf und ab
Mit einer ganz einfachen Routine im Badezimmer verhindern Sie zuverlässig, dass sich Brillenbügel und Hörgerät jemals in die Quere kommen (und sparen sich den Schreckmoment eines verlorenen Geräts – auch wenn Sie erfahren können, wie Sie Ihr Hörgerät sinnvoll versichern):
- Morgens beim Anziehen (Erst die Brille, dann das Hörgerät!):
Setzen Sie zuerst Ihre Brille auf, sodass die Brillenbügel direkt und fest an ihrer angestammten Position am Kopf (Innenbahn) anliegen. Setzen Sie erst danach Ihr Hinter-dem-Ohr-Hörgerät ein und legen Sie das kleine Gehäuse sanft zwischen den bereits sitzenden Brillenbügel und die äußere Ohrmuschel. So kann der Brillenbügel niemals das Hörgerät einklemmen oder hochdrücken! - Beim Abnehmen der Brille (Immer mit beiden Händen gerade nach vorne!):
Reißen Sie die Brille niemals einhändig schräg nach oben vom Kopf! Fassen Sie die Brille mit beiden Händen rechts und links an den Scharnieren und ziehen Sie die Bügel flach und gerade nach vorne über die Schläfen weg. So gleiten die Bügel sauber unter dem Hörgerät heraus, ohne es aus dem Ohr zu hebeln.
Häufige Fragen (FAQ) zu Brille & Hörgerät
Ich brauche sowohl eine neue Gleitsichtbrille als auch neue Hörgeräte – womit sollte ich anfangen?
Bei Die Brillenmacher Wallstadt müssen Sie sich nicht entscheiden, weil wir beides parallel aufeinander abstimmen können! Ideal ist folgender Ablauf: Wir wählen zuerst Ihre neue Wunsch-Brillenfassung aus und starten gleichzeitig das kostenlose Probetragen Ihrer neuen Hörsysteme (mehr dazu unter Der Weg zum Hörgerät). Sobald die Bauform des Hörgeräts hinter Ihrem Ohr sitzt, führen wir die millimetergenaue 3D-Zentrierung Ihrer neuen Gleitsichtgläser mit dem angelegten Hörgerät durch. So passt am Ende beides auf Anhieb wie aus einem Guss!
Gibt es heute noch „Hörbrillen“, bei denen das Hörgerät fest im Brillenbügel eingebaut ist?
Klassische Hörbrillen mit dickem Technik-Bügel werden heute kaum noch angepasst – und zwar aus einem ganz praktischen Grund: Wenn Ihre Brille einmal zur Reparatur muss, Sie im Sommer eine Sonnenbrille aufsetzen oder am Abend im Bett noch fernsehen möchten, hätten Sie bei einer fest verbauten Hörbrille plötzlich kein Hörgerät mehr (oder bräuchten zwei teure Komplettsysteme). Zwei getrennte, aber vom Doppel-Meister perfekt aufeinander abgestimmte Mini-Systeme sind im Alltag tausendmal flexibler und unauffälliger!
Meine aktuelle Brille drückt seit dem neuen Hörgerät hinter dem Ohr – können Sie das anpassen?
Ja, jederzeit! Kommen Sie einfach mit Ihrer aktuellen Brille und Ihren eingesetzten Hörgeräten zu uns nach Mannheim-Wallstadt. Wir prüfen sowohl die Länge und Biegung Ihrer Brillenbügel als auch die Länge des Hörgerätekabels und sorgen in wenigen Minuten dafür, dass wieder völlige Druckfreiheit herrscht.
Gutes Sehen & gutes Hören aus einer Meisterhand in Mannheim-Wallstadt
Warum Kompromisse zwischen zwei verschiedenen Geschäften eingehen, wenn Sie Augenoptik und Hörakustik auf höchstem Meister-Niveau an einem Ort perfekt aufeinander abstimmen lassen können? Bei Die Brillenmacher Wallstadt sorgen wir dafür, dass Ihre Gleitsichtbrille gestochen scharf abbildet und Ihr Hörsystem unsichtbar und druckfrei sitzt.
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