Das Leica Variovid Volterra – ein ausführlicher Erfahrungsbericht

Das Bild zeigt Michael Penczek mit dem Variovid Volterra von Leica

Ich habe das Gleitsichtglas Variovid Volterra von Leica jetzt einige Wochen lang getestet. In diesem Artikel schildere ich meine Erfahrungen und erzähle Ihnen, was mir an diesen Gläsern gefiel und was mir nicht gefiel.

Das Leica Variovid Volterra wird als eine Revolution im Gleitsichtglasdesign beworben. Und ganz ehrlich, ich habe von einem revolutionären Produkt mehr erwartet.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Das Leica Variovid Volterra ist ein großartiges Gleitsichtglas und es hält mit anderen Gleitsichtgläsern der Spitzenklasse absolut mit.

Die Breite des scharfen Sichtfeldes entspricht in etwa der des Varilux X von Essilor oder des Zeiss Individual 2. Diese sind beides Gleitsichtgläser im High End Bereich.

Aber das Tragen der Variovid Volterra fühlt sich nicht wie eine Revolution an. Als solche wird es allerdings vermarktet.

Trotzdem übertrifft das Leica Varioid Volterra in zwei wichtigen Punkten die genannten Konkurrenten. Dazu gleich mehr im folgenden Artikel. Nehmen Sie sich Zeit und lesen Sie weiter, um meinen ganzen Eindruck über diese neuen Gleitsichtgläser von Leica zu erhalten.

Die Gewöhnung an die Leica Variovid Volterra

Es hat sechs Tage gedauert, bis ich mich an den Leica Variovid Volterra gewöhnt hatte. Vor allem am Anfang habe ich mich von Tag zu Tag etwas besser auf die Gläser umgestellt. Das fühlte sich anfangs noch nicht so natrülich an wie ich erwartet hätte. Aber nach etwa zwei Wochen begannen mir die Variovid Volterras sehr zu gefallen.

Das Brillenglasdesign wird als revolutionär vermarktet und funktioniert dennoch ganz genauso, wie man es von Gleitsichtgläsern erwarten würde.

Sobald Sie Augenbewegungen nach unten ausführen, erhalten Sie die Leseunterstützung. Zudem müssen Sie Ihre Nase in die Richtung richten, in der Sie in der Nähe klar sehen wollen.

Wenn Sie diese Grundregeln befolgen, werden Sie die Lesebereiche schnell finden. Normalerweise ist das genau der Fall. Ich musste anfangs mehr nach den richtigen Stellen suchen als zum Beispiel beim Zeiss Individual 2.

Dieses Suchen nach den richtigen Stellen ließ im Laufe der Zeit allmählich nach. Auch nachdem ich diese Gläser nun mehr als zwei Wochen getragen hatte, fand ich mich in Situationen wieder, in denen ich hier und da meine Nase nochmals auf den Text in der Nähe ausrichtete, vor allem wenn ich drinnen bei künstlichem Licht las.

Wenn ich draußen bin mit den Variovid Volterra, habe ich eine klarere Sicht im Vergleich zu anderen Gleitsichtgläsern mit der gleichen Brillenstärke . Zudem fällt es mir wenn ich mich draußen bewege sehr einfach die scharfen Stellen zu finden. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass ich diese Gläser als meine Lieblingsgleitsichtgläser für den Außenbereich bezeichnen würde.

Und was noch zu erwähnen ist, dass ich diese Gläser in mein Brille anfangs von Zeit ausgezogen hatte. Ich kam anfangs nicht so einfach an mit diesen Gläsern.

Es waren ungefähr zwei Mal am Tag, als ich sie einfach abnehmen musste und sie einige Minuten lang nicht tragen wollte. Nach einigen Augenblicken setzte ich sie mir wieder auf die Nase.

Die klaren Sichtfelder oder die Zentrierung waren nicht das Problem. Wir haben alles noch einmal überprüft. Manchmal gefällt oder missfällt Ihnen einfach ein Brillenglasdesign gegenüber dem anderen.

Überraschenderweise habe ich persönlich diese Erfahrung noch nie gemacht. Nach einiger Zeit machte es allerdings klick und ich fing an, dieses Brillenglasdesign sehr zu mögen. Plötzlich nach dem klick bevorzugte ich die Gläser von Leica dann auch im Vergleich zu anderen Gläsern, die ich vorher getestet hatte.

Welche Optionen habe ich für das Leica Variovid Volterra gewählt?

Bei den Optionen für das Varioid Volterra wählte ich den Kunststoff 1.6 mit der Beschichtung Aquadura Vision Pro. Die Länge der Gleitsichtgläser betrug 15 mm, was die meisten in der Brille haben werden. Es ist die mittlere Länge.

Wie groß ist der Lesebereich beim Variovid Volterra?

Der Lesebereich beim Variodvid Volterra ist genau so breit wie beim Zeiss Individual 2. Hier im Bild unten habe ich den Beginn der unscharfen Felder auf meinem iPhone 6s Plus markiert, wenn ich es im Querformat halte.

Das Bild zeigt die scharfen Sehbereiche beim Variovid Volterra von Leica

Wenn ich es im Hochformat halte, ist alles klar. Aber im Querformat beginnt die Unschärfe an den markierten Linien zu wirken. Als ich zuvor andere Gleitsichtgläser testete, war ich überrascht, dass die Unschärfe an genau den gleichen Stellen auftritt wie bei anderen High-End-Gleitsichtgläsern.

Ich versuchte auch, ob ich im Vergleich zu anderen Gleitsichtgläsern im verschwommenen Bereich, der seitlichen in der unteren Hälfte zu finden ist, besser lesen konnte. Aber auch hier hatte ich die gleiche Wahrnehmung. Wenn man durch die Stellen in den Seitenbereichen schaut, erhält man Dinge wie Doppelkonturen und schattenartige Effekte auf einem Text. Und auch das war bei den anderen Gläsern praktisch gleich.

Die Beschichtung – Leica macht’s möglich.

Die Beschichtung, die Sie mit dem Leica Variovid Volterra erhalten, ist die Aquadura Vision. Sie hat extrem gute Eigenschaften, um den ganzen Tag über sauber und transparent zu bleiben.

Die Farbe der Reflexionen der Aquadura Vision Pro ist weiß. Sie lässt Sie sehr natürlich aussehen und für Ihr Gegenüber kaum wahrnehmbar. Während des Tages und der Nacht habe ich keinerlei SPiegelungen auf der Oberfläche der Gläser bemerkt. Das ist hier definitiv ein Pluspunkt. Bei den Gläsern anderer Hersteller hatt ich das nämlich definitiv.

(Je nach ausgewählter Fassung kann es sein, das Sie trotzdem minimalste Reflexe haben, die Sie wahrnehmen. Ich hatte überhaupt keine.)

Insgesamt sind diese Gläser, von allen die ich bislang getestet habe, meine Favoriten für das Fahren bei Tag und Nacht.

Es gibt auch eine normale Version der Aquadura Vision mit blauen Reflex auf der Oberfläche, die ebenfalls sehr gering ist, wenn es zu Spiegelungen auf der Glasoberfläche kommt.

Aber ich habe nur die Pro-Version getestet. Die Blendung ist also, wenn überhaupt, kaum wahrnehmbar. Sie müssen sich definitiv keine Sorgen über Reflexionen auf der Glasoberfläche machen.

Wenn ich an meine anderen Erfahrungen mit Gleitsichtgläsern zurückdenke, haben mir die Beschichtungen auf anderen Brillengläsern mehr Spiegelungen beschert. Sogar tagsüber konnte ich Stellen mit den Reflexionen von Scheinwerfern anderer Autos hinter mir sehen. (Bei der gleichen Brillenfassung)

Das war minimal, und ich hatte in diesen Momenten keine Probleme, diese zu tolerieren. Allerdings ist es auf jeden Fall besser, überhaupt keine Reflexe zu haben. Ich kann den Aquadura Vision Pro also wärmstens empfehlen.

Endlich – Keine Farbfehler

Wenn Sie mehr über die Farbfehler erfahren wollen, die mich an sehr sonnigen Tagen bei denVarilux X und der Zeiss Individual 2 etwas gestört haben klicken Sie einfach hier auf die Namen und Sie gelangen zu den entsprechenden Rezensionen.

Obwohl ich das “gleiche Material” (1,6) in Kombination mit allen drei Gleitsichtgläsern gewählt habe, bekam ich bei den Variovid Volterra überhaupt keine Farbsäume und bei den anderen beiden schon.

Chromatische Abberation bei Varilux X

Hier auf dem Bild ist ein Beispiel dafür, was ich mit Farbfehlern meine. Links sehen Sie einen winzigen farbigen Schatten. Auf dem rechten Schatten sieht er normal aus. Bei dem Variovid Volterra hatte ich die Erfahrung auf der rechten Seite auch an sonnigen Tagen.

[Der Effekt links ist stärker dargestellt als ich ihn wahrgenommen habe bei den anderen Gläsern, um den Effekt überhaupt darzustellen]

Das ist für mich ein großes Plus. Denn wenn ich draußen war, habe ich immer ungewollt auf diese Farbsäume geschaut. Sie erschienen als kleine gelbe oder blaue Schatten um einen Schatten.

Dass ich mich damit nicht auseinandersetzen musste, macht das Bild für mich ein wenig brillanter. Etwas besser als die Zeiss Individual 2 und auf jeden Fall besser als die Varilux X.

Gebogene Linien

Was bei Gleitsichtgläsern in der Regel passieren kann, ist eine leicht veränderte Wahrnehmung von Formen beim Blick durch Ihre neuen Gläser. Mit dem Variovid Volterra hatte ich nur eine sehr minimale Wölbung geraden Linien.

Schlussfolgerung

Die Erfahrung mit dem Variovid Volterra war sehr positiv. Es bietet sehr weite Blickfelder. Die Beschichtung liefert im Vergleich zu den anderen High-End-Herstellern bessere Ergebnisse.

Aber es fühlte sich definitiv nicht revolutionär an, sie zu tragen. Ich musste meine Nase genau so in die Richtung richten, wie ich es in den Wochen zuvor mit den Zeiss-Gläsern getan hatte.

Am Anfang stand ich diesen Gläsern sehr kritisch gegenüber, und ich schrieb diese Rezension über einige Tage. Nach der Zeit des Gewöhnens muss ich sagen, dass ich sehr zufrieden mit dem Trageerlebnis bin.

Ich denke, wenn Sie an diesen Brillengläsern interessiert sind, sollten Sie diese auf jeden Fall ausprobieren. Sie sind definitiv eine gute Alternative zu den anderen bekannten Herstellern.

Wenn Ihnen dieses neue Brillenglasdesign mit Gleitsichtbrillen nicht gefällt, können Sie danach auf jeden Fall wechseln. Denn normalerweise geben Ihnen Optikergeschäfte eine Art Zufriedenheitsgarantie. Aber überprüfen Sie dies in Ihrem Optikergeschäft, bevor Sie es kaufen. Aus meiner Sicht gibt es also kein Risiko.

Wie Sie hier lesen konnten, brauchen Gleitsichtgläser manchmal einfach Zeit, um sich an sie zu gewöhnen. Besonders der Anfang war ein kleiner Stressfaktor in meinem Alltag. Aber nachdem Moment in dem ich mich auf das Glas umgestellt hatte war die Erfahrung einfach nur noch positiv. Nehmen Sie sich also Zeit und tragen Sie Ihre neuen Gleitsichtbrillen.

Ich hoffe, dieser Bericht hat Ihnen die Informationen über das Variovid Volterra von Leica gegeben, die Sie gesucht haben. Demnächst finden Sie auf diesem Blog einen ausführlicheren Vergleich mit anderen Gleitsichtgläsern. In diesem Artikel wollte ich nur meine Erfahrungen mit dem Tragen von Gleitsichtgläsern mitteilen.

Ich wünsche Ihnen einen großartigen Tag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

17 − elf =