Kann man gegen Brillenfassungen allergisch sein?

Manche Brillenträger sind empfindlicher, wenn es um die Brille geht. Ein kleiner Prozentsatz von ihnen kann sogar allergisch auf Brillengestelle reagieren. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Materialien Probleme verursachen können und auf welche Alternativen Sie achten sollten.

Typische Formen der allergischen Hautreizung durch Brillengestelle äußern sich durch Ödeme, Rötungen, Quaddeln und Juckreiz. Die stark juckenden Erhebungen der Haut sind weiß bis blassrot gefärbt. Häufig bilden sich auch tiefere Hautschwellungen (Angioödeme).

In vielen Fällen ist für den betroffenen Brillenträger nicht ganz klar, in welchem Brillengestell die Allergene enthalten sein könnten, die die Reaktion auslösen. Dies wurde auch in einer Studie von Glyn Walsh aus dem Jahr 2006 festgestellt.

Das Fehlen einer echten Kontrolle über die Qualität und den Inhalt von Brillenfassungen wird als Problem angegeben, ebenso wie die Schwierigkeit, die wahre Quelle vieler Fassungen zu bestimmen. Ein Großteil der Informationen muss aus anonymen Quellen in der Branche, historischem “Allgemeinwissen” unbestimmter Herkunft oder Berichten über dermatologische Probleme gewonnen werden.

Glyn Walsh (Link zur Studie)

Es ist auch übereinstimmend mit meinen Erfahrungen als Optiker. Es ist nicht einfach, Angaben zu den Inhaltsstoffen in den Materialien zu bekommen. Die einzige Möglichkeit ist oft, nach einer bestimmten Chemikalie zu fragen, und der Hersteller sagt dem Fachmann dann, ob sie in der Fassung enthalten ist oder nicht. Typische problematische Chemikalien sind:

  • Palladium, das in Titanfassungen vorkommt
  • Nickel, das manchmal in “nickelfreien” Fassungen enthalten ist
  • Weichmacher in Acetat-Rahmen
  • Polycarbonat, das in Kunststoffrahmen gefunden wird

Das Problem ist gelegentlich, dass die Fassungen eine Kombination von Materialien enthalten, sodass es schwierig ist, die genaue Zusammensetzung zu bestimmen. Außerdem müssen allergische Reaktionen beim Tragen einer Brille nicht unbedingt vom Grundmaterial selbst ausgehen.

In manchen Fällen ist es die Beschichtung, die die Farben der Fassung vor UV-Licht, einem bestimmten Farbstoff oder Ablagerungen von Kosmetika oder Lösungsmitteln schützt.

Wie vermeidet man allergische Reaktionen auf Brillengestelle?

Oft ist es für Sie am einfachsten, eine Brille zu finden, auf die Sie keine allergischen Reaktionen zeigen, wenn Sie die Allergene kennen, die das Problem verursachen. Dann kann der Optiker den Hersteller fragen, ob das Material die Allergene enthält.

Es klingt albern, denn in einem Optikergeschäft sind viele Fassungen als nickelfrei oder allgemein als hypoallergen gekennzeichnet. Aber der Optiker im Geschäft kann nicht alle Fassungen testen. So kommt es, dass in manchen Fällen sogar Titanfassungen Nickel enthalten und natürlich Probleme verursachen.

Besonders wenn Sie in der Vergangenheit allergische Anzeichen auf Ihre Brillengestelle gezeigt haben, empfehle ich Ihnen, mit einem Optiker zu arbeiten, der ein Auge auf Ihren Fall hat. Denn auch wenn die Fassung perfekt für Sie ist, ist das Glas am Ende doch etwas zu klein.

Dann kann es sein, dass ein wenig Latexkleber hinzugefügt wird, damit die Gläser besser in die Fassung passen. Es ist nur eine dünne Schicht zwischen dem Rahmen und den Gläsern.

Aber selbst diese kleinen Zusätze können Probleme verursachen. Lassen Sie sich daher von einem Fachmann beraten, der Erfahrung mit Allergien hat. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie, ob Sie die Fassung mit nach Hause nehmen und ein paar Stunden tragen können.

Meine Empfehlungen, wenn es um Materialien für Menschen geht, die allergische Anzeichen auf Brillengestelle zeigen, sind die folgenden:

Auch hier gilt: Nur weil es auf dem Etikett steht, heißt das nicht, dass nichts enthalten ist, was möglicherweise zu einer allergischen Reaktion führen könnte. Fragen Sie also den Optiker, bevor Sie kaufen. Ich empfehle auch, sich für die hochwertigeren Fassungen zu entscheiden. Oftmals ist deren Qualitätsmanagement besser, als bei den billigeren Fassungen.

Achten Sie auf kleine Kratzer auf Ihren Fassungen

In vielen Fällen zeigen sich allergische Anzeichen nicht gleich beim Kauf der Brille. Erst mit der Zeit treten Probleme oder allergische Reaktionen auf. In vielen Fällen liegt das an winzigen Kratzern in der Beschichtung, wenn sich der Rahmen abnutzt. Und mit winzig meine ich so winzig, dass man sie mit den Augen gar nicht sehen kann.

In einer wirklich interessanten Studie wurden deshalb die Brillengestelle mit einem Elektronenmikroskop untersucht.

Insgesamt wurden 42 koreanische Patienten mit ACD an den Brillenkontaktstellen eingeschlossen. Ihre Brillengestelle wurden mit dem Dimethylglyoxim (DMG)-Test untersucht und mit der Rasterelektronenmikroskopie (REM) und der energiedispersiven Röntgenspektroskopie (EDS) analysiert. Zur Identifizierung der Hautallergene wurden Patch-Tests (Thin-Layer Rapid Use Epicutaneous Test [TRUE-Tests]) durchgeführt.

Auszug aus der Studie von In Su Kim

In dieser Studie war Nickelsulfat das häufigste Allergen (31 Fälle, 73,8 %), und Kaliumdichromat war das zweithäufigste (9 Fälle, 21,4 %). Es ist definitiv besorgniserregend, dass viele beschriftete Brillengestelle (insbesondere die flexiblen aus Titan) als hypoallergen gekennzeichnet sind. In Wirklichkeit enthalten sie aber bis zu 40 % Nickel, wie in einer früheren Studie von Gly Walsh erwähnt.

Nickel wird oft hinzugefügt, um die Flexibilität zu erreichen. Denn ohne Nickel ist Titan an sich ziemlich unflexibel und spröde. Bei anderen Rahmen wird Nickel hinzugefügt, um die Haltbarkeit der Legierungen des Rahmens zu verbessern.

Als Optiker sehe ich jeden Tag selbst sichtbare Kratzer an den Teilen der Fassungen, die die Haut berühren. Je nach Art der Nutzung, der Qualität des Gestells, des Schweißes und der Haut nutzen sich die Fassungen schneller oder langsamer ab. Wenn ein Kunde allergische Reaktionen auf ein Gestell zeigt, ist oft die einzige Lösung, auf ein anderes Gestell zu wechseln.

In manchen Fällen ist es möglich, Teile wie die Nasenpads oder Bügelspitzen zu tauschen. Auf diese Weise kommt ein anderes Material mit der Haut in Berührung und somit verschwindet die allergische Reaktion.

Empfohlene Materialien für Nasenpads sind:

  • Glas
  • Titan

Fazit

Wenn es um allergische Reaktionen von Brillengestellen geht, wünschte ich mir, dass die Hersteller transparenter wären mit dem was sie verwenden. Es ist eine Möglichkeit die Fassung zu wechseln, wenn Probleme auftreten, aber bei all den Daten und Studien, die ich hier erwähnt habe, wünschte ich mir, dass die Situation für die Optiker und Brillenträger viel transparenter wäre.

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