Kennen Sie das? Sie sitzen am Schreibtisch, lesen ein Buch oder schauen auf Ihr Smartphone, und plötzlich passiert es: Die Buchstaben fangen an zu zittern.
Wenn ich mich in Internetforen umsehe oder in den Beratungsgesprächen bei uns in der Wallstadt zuhöre, beschreiben Kunden dieses Phänomen oft mit sehr ähnlichen, eindrücklichen Worten:
“Die Schrift flimmert und tanzt auf dem Papier.”
“Der Text bekommt einen komischen Schatten oder ein Geisterbild.”
“Ich kann den Text einfach nicht mehr richtig fixieren, meine Augen fühlen sich total erschöpft an.”
“Wenn ich an der Ampel als Erster stehe und nach oben schaue, wird mir richtig schwummerig.”
“Beim Treppensteigen bin ich total unsicher, weil der Boden irgendwie unruhig wirkt und schwankt.”
Als Augenoptiker möchte ich Ihnen sagen: Sie bilden sich das nicht ein! Dieses unruhige Sehen, das Zittern der Buchstaben oder ein diffuser Schattenriss, ist in den allermeisten Fällen die direkte Vorstufe zu einem noch viel anstrengenderen Problem – den Doppelbildern.
In diesem Artikel habe ich für Sie ein leicht verständliche Informationen zusammengestellt. Ich erkläre Ihnen ganz ohne Fachchinesisch, warum Ihre Augen manchmal aus dem Takt geraten, wieso oft sogar die Brille selbst der Übeltäter ist und mit welchen Lösungsansätzen wir Ihnen wieder zu einem entspannten Durchblick verhelfen.
Inhaltsverzeichnis
Das Wunderwerk im Kopf: Wenn der “Bild-Klebstoff” seine Kraft verliert
Damit wir unsere Welt als ein einziges, scharfes Bild wahrnehmen, müssen unsere Augen und unser Gehirn perfekte Teamarbeit leisten. Jedes Auge liefert ein eigenes Bild. Das Gehirn nimmt diese beiden Bilder und legt sie exakt übereinander. Wir Fachleute nennen diese Verschmelzung Fusion.
Wenn nun irgendetwas dieses empfindliche System stört und die Verschmelzung “kaputt macht”, driften die beiden Bilder langsam auseinander. Zuerst kämpft Ihr Gehirn noch dagegen an und versucht mit aller Kraft, die Bilder zusammenzuhalten. Genau dieser anstrengende Wechsel aus “Loslassen” und “Wieder-Zusammenziehen” lässt die Buchstaben für Sie wackeln oder zittern. Wenn die Kraft der Augen schließlich komplett nachlässt, bricht das System zusammen: Sie sehen doppelt.
Dieses Problem kann in allen Entfernungen auftreten, oder auch nur in einem ganz bestimmten Bereich (zum Beispiel nur beim Lesen). Aber was sind die Auslöser dafür?
Ursache 1: Ein Ungleichgewicht der Augenmuskeln
Unsere Augen werden von feinen Muskeln wie von unsichtbaren Zügeln gesteuert. Im Idealfall stehen die Augen in ihrer Ruhestellung exakt geradeaus. Bei sehr vielen Menschen gibt es hier jedoch ein kleines, verborgenes Ungleichgewicht (wir nennen das muskuläre Dysbalance). Die Augen möchten eigentlich minimal nach außen, innen, oben oder unten ziehen.
Um nicht doppelt zu sehen, leistet Ihre Augenmuskulatur den ganzen Tag unbemerkt Gegenarbeit. Wenn Sie aber gestresst, müde oder nach einem langen Arbeitstag erschöpft sind, fehlt den Muskeln die Kraft für diese ständige Korrektur. Das Auge rutscht in seine bequeme Ruheposition, das Bild driftet ab – und schon fangen die Buchstaben an zu tanzen.
Ursache 2: Wenn “Scharfstellen” und “Ausrichten” nicht harmonieren
Wenn wir in die Nähe schauen, also zum Beispiel beim Lesen am Handy, passieren in unseren Augen zwei Dinge völlig automatisch und gleichzeitig:
Die Augenlinse stellt das Bild scharf (das nennt man Akkommodation).
Beide Augen drehen sich leicht nach innen zur Nase hin, um den Text genau anzupeilen (das nennt man Konvergenz).
Diese beiden Reflexe sind im Gehirn fest miteinander verkoppelt. Bei manchen Menschen läuft dieses Zusammenspiel aber nicht optimal ab. Das Auge stellt beispielsweise wunderbar scharf, dreht sich dabei aber viel zu stark oder zu schwach nach innen. Das Gehirn muss permanent eingreifen und korrigieren, was unglaublich anstrengend ist.
Oft ist es so, dass die Doppelbilder oder das Zittern der Buchstaben in diesem Fall nur in einem ganz bestimmten Bereich auftreten – zum Beispiel nur am PC. In der Ferne ist alles in Ordnung. Es kann aber auch so ausgeprägt sein, dass dieses fehlerhafte Zusammenspiel alle Entfernungsbereiche betrifft und Sie überall mit unruhigem Sehen zu kämpfen haben.
Ursache 3: Wenn die Brille selbst den Schwindel auslöst
Oft suchen wir den Fehler bei unseren Augen, dabei wird das Problem durch die Sehhilfe selbst verursacht! Das passiert besonders dann, wenn Sie auf dem rechten Auge eine deutlich andere Sehstärke haben als auf dem linken.
Ein Brillenglas ist nur exakt in seiner optischen Mitte völlig neutral. Sobald Sie nicht mehr stur geradeaus durch die Mitte schauen, sondern durch den Rand des Glases blicken, wirkt die Brille wie ein Prisma: Sie lenkt das Licht ab. Weil Ihre Gläser rechts und links unterschiedlich stark sind, wird das Bild auf dem rechten Auge anders verschoben als auf dem linken. Das Gehirn schafft es irgendwann nicht mehr, diese unterschiedlich verschobenen Bilder zusammenzufügen.
Dieses Phänomen nennen wir prismatische Nebenwirkungen. In der Mitte der Brille passt alles perfekt, aber wehe, Sie machen eine stärkere Blickbewegung!
Zwei typische Alltagssituationen, in denen das gnadenlos zuschlägt:
Der Blick auf die Ampel: Sie stehen als erste Person im Auto an der Kreuzung. Um das Licht zu sehen, blicken Sie steil nach oben durch den oberen Brillenrand. Sofort wird es extrem anstrengend, unangenehm, vielleicht wird Ihnen schwindelig, Sie bekommen Kopfschmerzen oder die Ampel verdoppelt sich.
Der Blick auf die Treppe: Sie gehen eine Treppe hinunter und neigen nicht den Kopf, sondern schauen nur mit den Augen nach unten durch den unteren Rand der Brille. Plötzlich wirkt der Boden unruhig, die Stufen scheinen sich zu heben oder zu verschieben. Es entsteht ein unangenehmes Schwindelgefühl und starke Unsicherheit beim Gehen.
Unser Artikel-Tipp für Sie! Da diese prismatischen Nebenwirkungen für so viele Brillenträger zu einer echten, oft völlig unerkannten Belastung im Alltag werden, haben wir ein ausführlichen Blogartikel zu diesem Thema geschrieben. Darin zeige ich Ihnen anschaulich, was am bei Blickbewegungen genau passiert und wie wir das optimieren können. (Falls es Probleme gibt)
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Ja, auch scheinbar kleine Dinge können das Sehen massiv stören:
Trockene Augen: Wenn der Tränenfilm auf dem Auge aufreißt, bricht sich das Licht auf der unebenen Oberfläche falsch. Kunden beschreiben das oft als “Schlieren” oder kleine Geisterbilder um die Schrift. Oft hilft hier schon bewusstes Blinzeln oder ein guter Benetzungstropfen.
Schlecht sitzende Brillen: Wenn die Brille verbogen ist und schief auf der Nase sitzt, schauen Sie unfreiwillig permanent durch die Randbereiche der Gläser, was sofort Stress auslöst.
(Wichtiger medizinischer Hinweis: Wenn Doppelbilder extrem plötzlich, quasi von einer Sekunde auf die andere auftreten und dauerhaft bleiben, sollte dies immer schnellstmöglich augenärztlich oder neurologisch abgeklärt werden!)
Unsere Lösungsansätze: So bringen wir Ruhe in Ihr Sehen
Wenn Sie zu uns zu den Brillenmachern Waldstadt kommen und uns von tanzenden Buchstaben berichten, fangen wir nicht an zu raten. Wir suchen exakt nach der Ursache. Oft ist es eine clevere Kombination verschiedener Lösungsansätze, die das Problem behebt:
Millimetergenaue Zentrierung und optimale Brillenfassungen: Wir messen mit modernster Technik aus, wie die Gläser vor Ihren Augen sitzen müssen. Bei unterschiedlichen Sehstärken achten wir auf spezielle Glasdesigns oder raten bewusst zu einer etwas kleineren Brillenfassung. So werden die dicken, problematischen äußeren Ränder des Glases direkt weggeschliffen, und Sie kommen gar nicht erst in die “gefährlichen Zonen” am Rand.
Kontaktlinsen als absolute Geheimwaffe: Wenn die Schwindelgefühle beim Treppensteigen oder an der Ampel unerträglich sind, sind Kontaktlinsen oft eine fantastische Lösung. Die Linse schwimmt direkt auf dem Auge und macht jede Blickbewegung mit. Sie schauen also immer durch die optische Mitte – die störenden Randeffekte und das unruhige Sehen verschwinden sofort.
Entlastung durch Prismenbrillen: Haben Ihre Augenmuskeln ein starkes Ungleichgewicht, können wir kleine, unsichtbare Prismen in das Brillenglas einarbeiten. Das Glas übernimmt dann die Haltearbeit für Sie. Ihre Augenmuskeln dürfen endlich entspannen, die Verschmelzung der Bilder klappt wieder mühelos und das Zittern hört auf.
Spezielle Arbeitsplatzbrillen: Wenn Scharfstellen und Ausrichten nicht miteinander harmonieren, stoßen Alltagsbrillen an ihre Grenzen. Hier hilft oft eine exakt auf Ihre Lese- oder Bildschirmdistanz optimierte Brille, die den Stress aus dem Sehsystem nimmt.
Hier finden Sie im nächsten Punkt eine Art Simulator, der zeigt, wann beide Augen mit dem Zusammenspiel überfordert sind und die Vorstufe von Doppelbildern. Angestrengtes Sehen wird ganz oft mit Blickbewegungen, Augenzusammenpressen oder Blicksprüngen kompensiert. Das führt dann zu brennenden Augen, teils unscharfem Sehen oder Schwierigkeiten, die Konzentration zu halten.
Mein Fazit für Sie
Zitternde Buchstaben, Schwindel beim Treppensteigen oder unangenehme Doppelbilder sind keine Dinge, die Sie einfach als “gegeben” hinnehmen müssen. Es ist ein klarer Hilferuf Ihres Körpers, dass Ihr visuelles System gerade überlastet ist.
Kommen Sie bei uns vorbei. Wir nehmen uns die Zeit, nicht nur jedes Auge einzeln zu prüfen, sondern das Zusammenspiel Ihrer Augen exakt zu analysieren. Gemeinsam finden wir die perfekte Lösung, damit Sie Ihren Alltag wieder klar, ruhig und völlig stressfrei im Blick haben.
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