Myopiekontrolle Erfahrungen – Bringt das wirklich was?

Das Thema Myopiekontrolle nimmt immer mehr Fahrt auf und für viele Kunden scheint es als ob das Thema einfach plötzlich aufgetaucht ist. Auf einmal gibt es zwar Empfehlungen für neuartige Kontaktlinsen, Brillengläser und Augentropfen, aber wie kann man etwas empfehlen, was praktisch so neu ist und noch keine Erfahrungswerte vorzeigen kann?

Deshalb möchten wir in diesem Artikel auf genauer auf das Thema Myopiekontrolle (Myopie Management) und unsere Erfahrungen eingehen. Denn das Thema ist bereits älter und es gibt schon einiges an Daten allgemein und unseren Erfahrungen mit den Produkten, die wir hier mit Ihnen teilen wollen.

In unserem Kundenstamm können wir auf Erfahrungswerte blicken, die sich mit dem Großteil der Studien decken. In den meisten Fällen erfahren die Kinder eine Verlangsamung von ca. 50-60 % in Bezug auf das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit. 

Bei einigen Kindern sieht man, dass sich nichts tut und die Brillenstärken auf dem Niveau bleiben seit die Myopiekontrolle angesetzt wurde und es gibt allerdings auch eine sehr geringe Anzahl an Kindern bei denen die Kurzsichtigkeit weiter voranschreitet.

Es ist also keine versprechen, dass sich nichts mehr tut bei der Brillenstärke, trotz der Myopiekontrolle. Im Schnitt jedoch nach hunderten von Anpassungen, im Bereich Myopiekontrolle sieht man, dass die Kinder, die frühzeitig versorgt werden, eine geringere Zunahme der Myopie zeigen. 

Hier spreche ich nicht speziell für ein Produkt, sondern übergreifend über spezielle Brillengläser, Ortho K Kontaktlinsen, weiche und harte Kontaktlinsen, die für das Myopiemanagement ausgelegt. Die besten Varianten allgemein sind zu Zeit:

  • Brillengläser wie das Myosmart, Stellest, MyoVision
  • Ortho K (Nachtlinsen)
  • 1 Tageslinsen MiSight

Die Reihenfolge soll hier nicht das Ranking darstellen. Die Auswahl an sich ist sehr individuell von der Versorgung. Alle bringen allerdings eine zwischen 50 und 60% geringere Zunahme der Kurzsichtigkeit im Vergleich zu normalen Brillengläsern oder Kontaktlinsen.

Das Marketing zieht erfahrungsgemäß und oft wird ein Hersteller noch ein bestimmtes Segment an Studienteilnehmern verwenden, bei denen das Produkt noch etwas weniger Myopiezunahme zeigte und diese paar Prozente mehr bewerben. 

Im Kern jedoch kann man sagen Myopiekontrolle ist sinnvoll, das verwendete Produkt (oder die Kombination aus Produkten) an sich ist jedoch zweitrangig. Es muss für das Kind funktionieren. Und damit meine ich Lösungen müssen verwendet werden. Desto mehr Stunden am Tag umso besser. Doch lassen Sie uns einmal genauer die Designs der Brillengläser und der Kontaktlinsen im Bereich der Myopiekontrolle vergleichen, damit Sie wissen welche Erfahrungen Sie erwarten können.

Erfahrungen der Kinder während der Myopiekontrolle beim Blick durch Brillengläser

Die Erfahrungen der Kinder sind in Bezug auf die infrage kommenden Brillengläser relativ ähnlich. Das Myosmart von Hoya, das Essilor Stellest und das MyoVision von Zeiss haben alle einen Bereich vor der Pupille positioniert, der für das scharfe Sehen sorgt. Erst wenn Blickbewegungen gemacht werden, die nicht geradeaus gerichtet sind, bemerkt das Kind, dass es einen auch unschärfer sieht. Es muss also bei jeder der Lösungen darauf achten mehr den Kopf zu bewegen als Blickbewegungen zu machen.

Das mag in der Theorie erstmal sehr unpraktikabel klingen, in der Praxis jedoch funktionieren alle Gläser nach sehr kurzer Zeit sehr gut. Der Blick wird ein wenig unschärfer, wenn das Kind durch den Bereich der Myopiekontrollzonen blickt und bei der Ausrichtung der Nase in die Blickrichtung wird es wieder scharf. Die Gläser werden sehr gut und schnell von den Kindern angenommen.

Wenn die Brillengläser aus Polycarbonat gefertigt sein sollten, könnte es sein, dass die Erfahrung mit den Myopiekontrollgläsern in Bezug auf die Wahrnehmung von Farbsäumen schlechter ist als bei den alten Brillengläsern. Hintergrund ist das Material Polycarbonat streut das Licht etwas anders und einem geringen Anteil an Kindern fällt dann auf, dass beispielsweise über einer weißen Wand ein minimal erhöhter bläulicher oder gelber Schatten entsteht.

Meist passiert das auch bei Brillenstärken über -4,00 Dioptrien in Kombination mit Polycarbonat. Die Lösung wäre in dem Fall von dem Material Polycarbonat abzusehen und andere Brillengläser zu bestellen. Der Vorteil von Polycarbonat ist jedoch, dass es extrem Bruchfest ist und einen UV Schutz aufweist.

Das Sehen mit Myopiekontrollgläsern ändert sich Nachts im Vergleich zu tagsüber stärker im Vergleich zu herkömmlichen Brillengläsern. Der Hintergrund ist, dass die Myopiekontrollzone mehr Streulicht im Außenbereich produziert. Eine leuchtende Laterne oder eine Ampel erhält dadurch oft einen Lichthof. Einige Kinder beschreiben die Erfahrung auch als Heiligenschein, den Sie Nachts um eine Laterne sehen. Das ist allerdings unproblematisch, da der Lichthof verschwindet, sobald der Kopf wieder in die Richtung ausgerichtet wird. Anders ist das mit Kontaktlinsen.

Erfahrungen der Kinder während der Myopiekontrolle beim Blick durch Kontaktlinsen oder während der Ortho K Versorgung

Kontaktlinsen haben eine kleine Lernkurve in Bezug auf die Pflege und das Ein- und Aussetzen. In der Regel machen, dass Kinder allerdings meist besser und sind akkurater als Erwachsene, sobald der Prozess verinnerlicht wurde. Die meisten Kinder sind bereit dafür, für wenige ist das ganze nichts, weil sie es nicht wollen oder weil es nicht zu empfehlen ist. Einige Kinder und Eltern haben Probleme die Prozesse zu befolgen oder gehen tragen die Linsen und dann mal nicht, pflegen die Linsen nicht richtig etc. und in so einem Fall muss abgebrochen werden.

Das Kind hat in der Regel hin und wieder ein leichtes Fremdkörpergefühl (jucken) mit den Kontaktlinsen auf dem Auge, wenn es sich um weiche Linsen handelt und daran muss es sich erstmal gewöhnen. Das ist in der Regel jedoch sehr unkompliziert. Gar kein Fremdkörpergefühl gibt es mit den Nachtlinsen bei Tag, weil das Kind ja nichts auf den Augen hat und das Fremdkörpergefühl ist stärker, wenn es die formstabilen Kontaktlinsen vor dem Schlafengehen aufsetzt.

Die längste Eingewöhnungsphase bieten in der Regel formstabile Myopiekontrolllinsen, die am Tag getragen werden. Alle Lösungen funktionieren in den meisten Fällen funktionieren 1 Tageslinsen (MiSight) oder Nachtlinsen (Ortho K) am besten. Lichthöfe um Laternen sind beispielsweise auch hier bei Nacht wahrnehmbar. Wie stark diese von Ihrem Kind erfahren werden, hängt jedoch von der Höhe der Fehlsichtigkeit und der Größe der Pupille ab.

Im Gegensatz zu Brillengläsern ist diese Erscheinung jedoch häufiger da und bei Nacht kaum zu vermeiden. Also auch Blickbewegungen helfen nur bedingt. Hier zeigt eine Testphase, ob die Myopiekontroll-Lösung praktikabel ist. Im Winter wird es früher dunkel und auch ein etwas schlechter ausgeleuchteter Raum führt bereits zu einer größeren Pupille und somit zu den bekannten Lichthöfen oder Halo Effekten bei Ortho K Linsen.

Preise

Die Preise für die Myopiekontrolle belaufen sich auf ca. 600-800 € pro Jahr. Hierbei sind alle Möglichkeiten von Kontaktlinsen über Brillengläsern inkludiert. 

Als Beispiel kostet eine die Tageslinse MiSight 35 € pro 30er-Packung. Da das Kind bei täglichem Tragen zwei davon benötigt, werden zwei Packungen pro Monat verbraucht. Hierdurch entstehen Kosten von 70 € pro Monat.

Die Brillengläser liegen in der Regel um die 580 € für das Pärchen. Hinzu kommt eine Fassung, die in den meisten Fällen um die 130 € liegt.

Erfahrungen der Eltern und die Beratung in Bezug auf Myopiemanagement

Im Gegensatz zur normalen Versorgung gibt es bei den Lösungen zur Myopiekontrolle mehr Termine, die sicherstellen, dass die Versorgung mit den Brillengläsern oder Kontaktlinsen optimal verläuft. Je nach Brillenglas oder Kontaktlinsenlösung bedeutet das, dass Sie nach dem Kauf 3 – 4 vier Termine innerhalb eines Halbjahres haben in denen der Sitz und das Handling kontrolliert werden und ob die Myopiekontroll-Lösung greift. Diese Termine sind recht kurz und dauern zwischen 10 und 30 Minuten.

Viele Eltern sind froh, dass es jetzt Produkte gibt, die den Verlauf der Kurzsichtigkeit beeinflussen können. In der Regel sind die Erfahrungen sehr positiv mit allen Produkten in Bezug Myopiemanagement. Es werden von 100 Anpassungen nur ca. eine abgebrochen, weil das Kind sagt, dass es nicht mit der Myopiekontrolle klarkommen würde und die alten Brillengläser oder Kontaktlinsen bevorzugt.

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