„Wie dick werden die Gläser eigentlich?“ – Das ist wohl die häufigste Frage, die wir hören, wenn sich Kunden mit höheren Dioptrien-Werten eine neue Fassung aussuchen. Die Angst vor dicken Rändern oder glasbausteinartigen Gläsern ist groß.
Bisher mussten Sie sich auf unsere verbale Beschreibung verlassen. Ab sofort können wir Ihnen das Ergebnis zeigen – noch bevor die Brille überhaupt bestellt ist! Mit unserem neuen interaktiven Brillenglas-Simulator visualisieren wir live, wie sich Ihre Stärke, die Wahl der Fassung und Ihr Augenabstand auf die Ästhetik der Brille auswirken.
Doch was genau beeinflusst eigentlich die Dicke? Und welche Tricks wenden wir an, um das Ergebnis zu optimieren? Hier ein kleiner Einblick in die Optik-Trickkiste.
Das Physik-Problem: Warum Gläser überhaupt dick sind
Um Licht so zu brechen, dass Sie wieder scharf sehen, benötigt ein Brillenglas eine bestimmte Form. Daran lässt sich nicht rütteln, aber man kann an den Stellschrauben drehen.
1. Bei Kurzsichtigkeit (Minus-Gläser)
Hier ist das Glas in der Mitte am dünnsten (oft nur ca. 1,0 bis 1,4 mm) und wird zum Rand hin immer dicker.
- Das Problem: Je größer die Brillenfassung, desto mehr vom dicken Randbereich müssen wir in die Brille einschleifen.
- Die Faustregel: Kleine Fassungen ergeben bei Kurzsichtigen immer dünnere Ränder als große Pilot- oder Oversize-Brillen.

2. Bei Weitsichtigkeit (Plus-Gläser)
Hier verhält es sich genau umgekehrt. Das Glas ist am Rand hauchdünn und wölbt sich in der Mitte auf (wie eine Lupe).
- Das Problem: Damit das Glas am Rand nicht „messerscharf“ wird und aus der Fassung fällt, muss die Mitte dicker gefertigt werden, je größer der Durchmesser ist.
- Der “Glubschaugen-Effekt”: Dicke Plusgläser vergrößern die Augen optisch stark.
Die 3 großen Stellschrauben für dünnere Gläser
Mit unserem neuen Simulator können Sie diese Effekte spielerisch selbst testen. Hier sind die Faktoren, auf die es ankommt:
1. Das Material (Der Brechungsindex)
Standard-Kunststoff (Index 1.5) ist solide, aber bei hohen Stärken oft zu dick.
- High-Index Materialien (1.6, 1.67 oder 1.74): Diese Kunststoffe sind dichter. Sie brechen das Licht stärker, weshalb wir weniger Material benötigen, um die gleiche Dioptrienzahl zu erreichen.
- Der Effekt: Die Gläser werden spürbar dünner und leichter. Im Simulator können Sie zwischen den Materialien umschalten und den direkten Unterschied sehen.
2. Die Zentrierung (PD und Einschleifhöhe)
Dies ist ein oft unterschätzter Faktor, den unser Tool eindrucksvoll zeigt.
- Ihr Auge sollte idealerweise mittig im Glas sitzen.
- Haben Sie einen schmalen Augenabstand (Pupillendistanz PD), wählen aber eine riesige Fassung, muss das optische Zentrum des Glases weit nach innen geschoben werden (Dezentration).
- Die Folge: Bei Minusgläsern rutscht der dickste Teil des Rohglases an den äußeren Fassungsrand. Die Brille wird temporal (an der Schläfe) deutlich dicker.
3. Die Fassungsform
Nicht jede Form ist für jede Stärke geeignet.
- Rund & Panto: Ideal für hohe Stärken, da Ecken “fehlen”, die sonst dick wären.
- Pilot-Form: Die “Tropfenform” hat ihre weiteste Ausdehnung oft unten außen. Das treibt den benötigten Durchmesser und damit die Dicke extrem in die Höhe. Testen Sie mal den Unterschied im Simulator!
Ästhetische Feinheiten: Was der Optiker noch tun kann
Neben der Wahl von Fassung und Material haben wir in unserer Werkstatt noch weitere Möglichkeiten, das Ergebnis zu perfektionieren:
Die Facettenlage (Der versteckte Rand)
Das Brillenglas wird mit einer Spitzfacette in den Rahmen montiert. Wir können steuern, wo diese Facette auf dem Glasrand sitzt.
- Bei einem dicken Minusglas können wir die Facette so positionieren, dass der Überstand nach hinten zeigt und vorne bündig mit dem Rahmen abschließt. So sieht die Brille von vorne sehr ästhetisch aus, und der dicke Rand versteckt sich hinter dem Brillenbügel.
Asphärische & Bi-Asphärische Linsendesigns
Standardgläser sind sphärisch (kugelförmig gewölbt).
- Asphären: Diese sind flacher geschliffen. Das sieht nicht nur besser aus (weniger “Beule”), sondern reduziert auch die Verzerrung der Augen (weniger Verkleinerung bei Minus, weniger Vergrößerung bei Plus).
- Unser Simulator berücksichtigt dies bereits: Ab gewissen Stärken zeigt er automatisch flachere Kurven oder wechselt bei hohen Pluswerten auf optimierte Designs, um realistische Ergebnisse zu liefern.
Fazit: Erst simulieren, dann entscheiden
Sie müssen nicht mehr „die Katze im Sack“ kaufen. Nutzen Sie unser Tool auf der Website oder lassen Sie sich bei uns im Geschäft in Mannheim-Wallstadt beraten. Wir kombinieren die Simulation mit unserer Erfahrung, um für Sie die Brille zu finden, die nicht nur scharfes Sehen garantiert, sondern auch fantastisch aussieht.
Probieren Sie es gleich hier unten aus!
Brillenglas Dicken-Simulator & Zentrierung
Visualisiert den Einfluss von Stärke, Form, Fassungsgröße und Zentrierung (PD & Höhe) auf die Brillenglasdicke.
Parameter
Ansicht von Vorne
Profil (Maximaldicke)
- Panto: Durch die abgeflachte Ecke oben-außen wird der Durchmesser kleiner als bei Rechteckig.
- Cat-Eye: Die spitze Ecke oben-außen treibt den Durchmesser nach oben.
- Pilot: Hier ist oft die Ecke unten-außen der “Übeltäter”, der das Glas riesig und dick macht.

