Der HSA-Rechner: Warum der Hornhaut-Scheitel-Abstand bei Brillengläsern so entscheidend ist

HSA Simulator

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Verstehen Sie den Hornhautscheitelabstand (HSA). Bewegen Sie die Brille mit dem Slider, um zu sehen, wie sich die benötigte Stärke ändert, um die gleiche Sehleistung zu behalten.

Ihre Werte

dpt

Geben Sie hier Ihren Brillenwert ein (Minus für Kurzsichtigkeit, Plus für Weitsichtigkeit).

mm

Standard ist meist 12mm oder 14mm.

Erklärung

Wenn Sie eine Linse verschieben, ändert sich der Brennpunkt relativ zur Netzhaut. Um wieder scharf zu sehen, muss die Stärke der Linse rechnerisch angepasst werden.

Maßstab vergrößert zur Darstellung
Auge
Minus
12 mm
Startposition (12mm)
0mm (Kontaktlinse) 35mm (Nasenspitze)

Notwendige Stärke

-5.00 dpt
~ -5.00 dpt (handelsüblich)

Was passiert gerade?

Die Brille ist an der Standardposition. Keine Änderung nötig.

HSA 0mm = Kontaktlinse
HSA 12-14mm = Standard Brille
HSA > 20mm = Rutschende Brille

Viele Brillenträgerinnen und Brillenträger kennen das:
Die neue Brille ist eigentlich „richtig gemessen“, trotzdem fühlt sich das Sehen nicht ganz optimal an. Manchmal ist es etwas unscharf, manchmal anstrengend, manchmal stimmt das Gefühl einfach nicht – obwohl die Dioptrienwerte korrekt erscheinen.


Ein ganz entscheidender, oft unterschätzter Faktor dabei ist der Hornhaut-Scheitel-Abstand, kurz HSA. Genau hier setzt unser HSA-Rechner an.


Der HSA-Rechner hilft dabei zu verstehen und zu berechnen, wie sich der Abstand zwischen Auge und Brillenglas auf die tatsächlich wirksame Stärke des Brillenglases auswirkt – und warum eine Abweichung vom Messabstand zu einer anderen benötigten Glasstärke führen kann.


Kurzfassung – darum geht es beim HSA-Rechner


  • Brillengläser entfalten korrekte Wirkung nur in einem bestimmten Abstand zum Auge
  • Die gemessene Dioptrienstärke basiert immer auf einem definierten Hornhaut-Scheitel-Abstand
  • Sitzt die Brille später weiter vorne oder näher am Auge, verändert sich die effektive Glaswirkung
  • Der HSA-Rechner zeigt, welche Glasstärke tatsächlich benötigt wird, wenn sich der Abstand ändert
  • Besonders relevant ist das ab ca. ±4,0 dpt, deutlich spürbar oft ab ±5,0, ±6,5 dpt und mehr

Was ist der Hornhaut-Scheitel-Abstand (HSA)?


Der Hornhaut-Scheitel-Abstand beschreibt den Abstand zwischen dem vordersten Punkt der Hornhaut und der Rückfläche des Brillenglases.


Ganz praktisch bedeutet das:
Wie weit sitzt das Brillenglas vor Ihrem Auge?


Typische Werte sind:


  • 0 mm → Kontaktlinse (direkt auf dem Auge)
  • 12–14 mm → üblicher Mess- und Trageabstand bei Brillen
  • 20–30 mm → weit sitzende Brillen, große Fassungen, flache Nasenauflagen

Warum ist der HSA bei Brillengläsern so wichtig?


Brillengläser sind keine festen Dioptrienkörper, die immer gleich wirken. Ihre optische Wirkung hängt davon ab, wo sie sich im Raum vor dem Auge befinden.


Grundsätzlich gilt:


  • Plusgläser wirken stärker, je weiter sie vom Auge entfernt sind
  • Minusgläser wirken stärker, je näher sie am Auge sitzen

Wenn der Abstand, bei dem gemessen wurde, nicht dem späteren Sitz der Brille entspricht, stimmt die tatsächliche Glaswirkung nicht mehr exakt.


Die Idee hinter dem HSA-Rechner

Der HSA-Rechner macht diesen Effekt sichtbar und berechenbar. Das Prinzip ist bewusst einfach gehalten, damit es nachvollziehbar bleibt.


Linke Seite – die Ausgangssituation


Hier geben Sie ein:


  1. Die gemessene Brillenglasstärke (z. B. −5,00 dpt)
  2. Den Hornhaut-Scheitel-Abstand bei der Messung (z. B. 12 mm als Standardwert)

Das ist die Situation, in der Ihre Werte ursprünglich ermittelt wurden.


Rechte Seite – der veränderte Brillensitz


Auf der rechten Seite befindet sich ein Regler, mit dem das Brillenglas näher an das Auge heran oder weiter vom Auge weg bewegt wird.


So lassen sich reale Alltagssituationen simulieren, etwa durch andere Fassungen, dickere Nasenpads, größere Brillen oder einen weiter vorne liegenden Sitz im Gesicht.


Ergebnis – die tatsächlich benötigte Stärke


Im unteren Bereich des Rechners wird automatisch angezeigt, welche Brillenglasstärke bei diesem neuen Abstand benötigt wird, um wieder dieselbe Sehschärfe zu erreichen.


So wird klar sichtbar:
Die ursprüngliche Dioptrienzahl ist nicht immer die richtige, wenn sich der Sitz der Brille verändert.


Ab wann macht der HSA-Rechner wirklich einen Unterschied?


In der Praxis zeigt sich:


  • Bis ca. ±2,0 dpt meist kaum spürbare Unterschiede
  • Ab ca. ±3,0 dpt messbar und teilweise spürbar
  • Ab ca. −4,0 bis −4,5 dpt häufig deutlich relevant
  • Bei höheren Pluswerten ebenfalls sehr wichtig

Gerade bei stärkeren Minusgläsern kann eine falsche Berücksichtigung des HSA zu reduzierter Sehschärfe, schneller Ermüdung, Kopfschmerzen oder einem unangenehmen Seheindruck führen – obwohl die Brille vermeintlich korrekt ist.


Vertex Abstand

Warum wird das nicht immer automatisch berücksichtigt?


In der klassischen Brillenglasfertigung wird häufig mit Standardannahmen gearbeitet, etwa mit einem durchschnittlichen Hornhaut-Scheitel-Abstand, einem typischen Sitz der Fassung und einer neutralen Brillenneigung.


Das funktioniert für viele Menschen gut, aber eben nicht für alle.


Zusätzlich beeinflussen Faktoren wie der Winkel zwischen den Brillengläsern zueinander, der Fassungswinkel (Vorneigung), die individuelle Anatomie und die Fassungsgröße die effektive Glaswirkung. Diese Aspekte machen die Berechnung deutlich komplexer und werden im HSA-Rechner bewusst vereinfacht dargestellt.


Bei individuellen Brillengläsern können diese Parameter jedoch gezielt in die Berechnung einfließen.


Für wen ist der HSA-Rechner besonders sinnvoll?


Der HSA-Rechner ist besonders hilfreich für:


  • Brillenträger mit stärkeren Minus- oder Pluswerten
  • Menschen mit großen oder weit sitzenden Fassungen
  • Personen, die von Kontaktlinsen auf Brille wechseln oder umgekehrt
  • Kunden mit hohen Sehansprüchen im Alltag
  • Alle, die trotz korrekter Messwerte kein optimales Sehen erleben

Unser Fazit aus der Praxis


Der Hornhaut-Scheitel-Abstand ist kein theoretisches Randthema, sondern ein echter Praxisfaktor, der über Sehkomfort, Schärfe und Alltagstauglichkeit entscheidet.


Der HSA-Rechner hilft dabei, Zusammenhänge zu verstehen, Erwartungen realistisch einzuordnen und bessere Entscheidungen bei Glasdesign und Glasstärke zu treffen.


Er zeigt sehr anschaulich, warum eine gute Brille mehr ist als nur eine Zahl auf dem Rezept.


Sie haben Fragen? Wir schauen uns das gerne gemeinsam an


Wenn Sie unsicher sind, ob der Sitz Ihrer Brille oder der Hornhaut-Scheitel-Abstand bei Ihnen eine Rolle spielt, sind Sie jederzeit herzlich eingeladen.


Wir schauen uns gemeinsam Ihre aktuelle Brille, den tatsächlichen Sitz im Gesicht und Ihre Glasstärken an und sagen Ihnen, welche Lösung in Ihrem Fall optimal funktioniert.


Damit Sie den ganzen Tag über komfortabel, entspannt und scharf sehen.


Herzliche Grüße
Ihr Team der Brillenmacherei Stadt

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